Stiftung "Maria in Horto"

Auf dieser Seite werden bis auf weiteres alle Informationen über das ehemalige Damenstift und die geplante Stiftung zusammengefasst.

Blick durch die Klosterfenster



"Neue" Stiftung Neuwerk

Die Kirchengemeinde Neuwerk hat durch eine Erbschaft eine namhafte Summe Geld bekommen. Im Testament wird damit die Auflage verbunden, dass diese Erbschaft zum Grundstock für eine neuzugründende Stiftung "Neuwerk" wird.

Die verstorbene Dame fühlte sich so eng mit der Neuwerkkirche und der Gemeinde verbunden, dass sie dazu beitragen wollte, das dieser besondere Ort möglichst immer erhalten werde.

Der Kirchenvorstand wird im neuen Jahr diese neue Stiftung gründen. Weitere Personen haben bereits angekündigt, dass sie diese Stiftung durch weitere Zustiftungen unterstützen möchten.

Die erste Stifterin hat verfügt, dass innerhalb des Gebäudes an gut sichtbarer Stelle eine Tafel angebracht wird, auf der alle Stiftung namentlich, sofern diese das möchten, erwähnt werden.

Eine Stiftung ist für die Menschen interessant, die keine persönlichen Erben haben. So können sie schon zu Lebzeiten darüber verfügen, was durch ihren Beitrag gefördert werden soll. Das gestiftete Geld darf dann nicht verbraucht werden, es behält einen immerwährenden Bestand, nur die erwirtschafteten Erträge werden für den Stiftungszweck verwendet. Nach den gesetzlichen Bestimmungen hat eine Stiftung also einen nahezu ewigen Bestand.

Auch für Menschen, die eine hohe Steuerlast zu tragen haben ist eine Stiftung von großem Interesse.


Bericht über die Stiftung "Maria in Horto" mit freundlicher Genehmigung der Goslarschen Zeitung


Ein Leben im Damenstift

Magdalena Grütter, Konventualin von 1936 bis 1954

Aus dem ehemaligen Kloster Neuwerk war nach der Reformation ein evangelisches Damenstift für unverheiratete Töchter wohlhabender Goslarer Bürgerfamilien geworden. Bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein haben die Stiftsdamen gerade auch unseren heutigen Gemeindebereich bewohnt.

Eine von ihnen, Frau Magdalena Grütter, lebte in den 30er und 40er Jahren im Stift der "Versorgungsanstalt Neuwerk" und hat uns aus dieser Zeit zahlreiche Aquarelle hinterlassen.

Frau Magdalena Grütter war 61 Jahre alt, als sie 1936 als Konventualin in die Versorgungsanstalt Neuwerk einzog. Bis zu ihrem Tod im Juni 1954 widmete sie ihre Freizeit der Grafik und Malerei. Annähernd 80 ihrer Arbeiten - einige Bleistift- und Federzeichnungen, hauptsächlich Aquarelle - sind in das Goslarer Museum gelangt.



In einer Bildermappe (siehe Einband, Siegelbild des Klosters, Öl auf Karton, 1937 Abb. oben links) sind noch heute einige Reproduktionen ihrer Aquarelle vorhanden. Diese Mappe ist im vergangenen Jahr vom Museum an die Kirchengemeinde gegeben worden. Frau Magdalena Grütter thematisierte in ihren Arbeiten immer wieder ihr direktes Umfeld - Gebäude, Gartenanlagen und besonders die Innenräume Neuwerks.

Damit dokumentieren ihre Arbeiten auf lebendige Weise Wohnkultur und Atmosphäre der letzten Epoche des ehemaligen Klosters. In dem Bild rechts sehen wir einen Blick in den kleinen Remter, wie er sich im Jahr 1936 den Bewohnerinnen präsentierte ). Wir können stolz sein, dass es uns nach der Renovierung des ehemaligen "Konfiraumes" wieder gelungen ist, an die alte Atmosphäre anzuknüpfen. Von zahlreichen Gästen, die unser Klostercafé besuchten, wurden wir immer wieder auf diese Räumlichkeit angesprochen. Aber auch der Flurbereich unseres Gemeindebereiches hatte damals mehr Charme als heute.


Das Bild links zeigt den "Treppenaufgang zum Großen Remter" und zum Obergeschoss 1937. Der dargestellte große Schrank steht heute im Goslarer Museum.





Besonders interessant sind aus heutiger Sicht auch die Motive der Außenanlagen des Klosters, so z.B. der Haupteingang des Klosters aus dem Jahr 1938. (Bild unten rechts) Wir können nur hoffen, dass der alte Charme und der kirchliche Geist des Klosters Neuwerk neu erwacht, wenn die Zukunft des Gebäudes nach dem Auszug des Standesamtes und der anderen Einrichtungen geklärt sein wird.





S. Roblick





Ein Leben im Damenstift (2)

Das Stift Neuwerk im III. Reich (1930er / 1940er)

Im obigen ersten Artikel habe ich Ihnen bereits einige Aquarelle von Frau Grütter aus den 30er und 40er Jahren vorgestellt. In diesem Artikel möchte ich Ihnen auch noch einige Fotodokumente aus dieser Zeit vorstellen, die mir durch einen glücklichen Umstand zugegangen sind.

Die entsprechende schwarz-weiß Aufnahme aus diesen Jahren belegt ebenfalls den überaus wohnlichen Charakter des großen Remters als Treffpunkt für alle Konventualinnen nicht zur zu den täglichen Mahlzeiten.

An der Fensterseite stand damals nämlich auch noch ein großer Esstisch, wie das Foto belegt.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes befand sich noch ein kleiner runder Tisch und an der Wand das Portrait der ehemaligen Priorin Dorothea Eleonora von Sommerlatt ( 1689, 1769), wie das Bild von 1943 zeigt.

Das folgende Foto vom Treppenaufgang stimmt mit dem Aquarell Grütters von 1937 überein.

Besonders romantisch erscheint mir auch das folgende Bild aus dem Jahr 1946, das eine Aussicht vom Kloster auf die Kirche zeigt. Diese Bild entstand wahrscheinlich in den Räumlichkeiten des heutigen BGH im 1. Obergeschoss.

Inzwischen ist die lange geplante neue Stiftung "Stiftung Kloster Neuwerk Maria in horto" gegründet worden und die Kontakte zur Stadt wurden geknüpft. Am 18. April fand in eine Feierstunde die Enthüllung der Stiftungstafel im Kloster statt und es gab erste Informationen zur Konzeption des neuen Klosters in den alten Räumlichkeiten.

Stefan Roblick