Verfolgter Glaube – Die Ausrottung der Katharer in Südfrankreich

Bilder aus der Veranstaltung des "Grünen Salons"


Unter dem Titel "Verfolgter Glaube - Die Ausrottung der Katharer in Südfrankreich" berichtete am 10.Oktober 2013 der „Grüne Salon“ der GFF Kloster Drübeck über eine dunkle Episode in der Geschichte der römischen Kirche.

Die Anhänger der katharischen Lehre bildeten eine der größten religiösen Laienbewegungen des Mittelalters. Sie breiteten sich in den 1140er Jahren im gesamten mitteleuropäischen Raum und den südlichen Teilen von Europa rasch aus. Erstmals nachweisen lassen sich Katharer 1143 in Köln.

Allerdings gibt es Belege, dass schon 1041 bei uns in Goslar Kaiser Heinrich III und der Bischof über Katharer richteten und sie zum Tode am Galgen verurteilten, da sie aufgrund ihrer Blässe (infolge ausschließlichen Genusses von Pflanzennahrung) und ihrer strikten Einhaltung des fünften Gebotes (Du sollst nicht töten), als Ketzer ihr Leben verwirkten.

Bis 1147 hatte die Bewegung bereits große Gebiete zwischen Rhein und Pyrenäen erfasst. In den 1160er Jahren besaß die Gemeinschaft schon eine riesige Zahl von Anhängern, insbesondere in Okzitanien (Südfrankreich), und hatte auch Oberitalien erfasst. Was war der Grund?

Durch den Lebenswandel vieler hoher Kleriker, die nur noch ihren eigenen Vorteil im Auge hatten, war der Kontakt der römischen Kirche zum Volk verloren gegangen. Diese Lücke wurde daraufhin von Leuten geschlossen, die das unmittelbare Erleben der Spiritualität wieder belebten. Dies wurde sehr schnell zu einer Gefahr für den etablierten Klerus, die es mit allen Mitteln zu bekämpfen galt.

Durch den Kreuzzug gegen die Albigenser (1209–1229) und das unerbittliche Vorgehen der Inquisition vernichtete die römische Kirche zwischen 1209 und 1310 die katharische Glaubensbewegung vollständig.

Damit einher ging das Bemühen, die gesamte okzitanische Kultur auszulöschen, die sich aufgrund ihres Reichtums und ihrer Unbotmäßigkeit zahlreiche Feinde und natürlich auch Neider in den nördlichen Teilen Frankreichs geschaffen hatte. Der "Grüne Salon" hat sich diesem dunklen Thema der Kirchengeschichte in einer spannenden Präsentation in Wort, Bild und Musik gewidmet.

Hartmut S. Walter

Weitere Informationen über die Katharer



Heimliche Herrscherinnen – Große Äbtissinnen in Quedlinburg, Gandersheim und Essen

Literarisch-musikalischer Abend mit dem „Grünen Salon“ des Klosters Drübeck

Bilder aus der Veranstaltung des "Grünen Salons"


In unsere Neuwerkkirche wurde am Donnerstag, dem 4. Oktober eingeladen zu einem literarisch-musikalischen Abend unter dem Titel „Heimliche Herrscherinnen – Große Äbtissinnen in Quedlinburg, Gandersheim und Essen“. Zu Gast war der „Grüne Salon“ des Klosters Drübeck (benannt nach dem Raum im Kloster, in dem die erste Aufführung stattfand), der mehrmals im Jahr von der „Gesellschaft der Freunde und Förderer des Klosters Drübeck“ durchgeführt wird, die sich inzwischen auch überregional einen Namen geschaffen hat.

In der aktuellen Präsentation ging es um Frauenstifte, deren Geschichte vom Mittelalter bis in die Neuzeit reicht. Die drei genannten Stifte wurden zusammen mit einer Reihe sie prägender Frauen exemplarisch vorgestellt. Als „heimliche Herrscherinnen“ spielten sie lange Zeit eine gewichtige Rolle in der Gestaltung der Geschichte Europas. Zu Unrecht immer in die zweite Reihe der Geschichte verbannt, kann – gestützt von neueren Forschungen – der immense Einfluss dieser Frauen in der Geschichte aufgezeigt werden.

Diese Damenstifte, das wird oft verwechselt, waren keine Klöster! Die Stiftsdamen, selbst die Äbtissinnen, legten keinerlei Gelübde ab, behielten ihren Besitz und ihr Vermögen und konnten jederzeit das Stift wieder verlassen.

Doch ausgerechnet hier im Umfeld der Kirche bekamen Frauen die Gelegenheit, kraft eigenen Amtes als Fürstäbtissinnen solch berühmter Reichsabteien wie zum Beispiel Quedlinburg, Gandersheim und Essen zu Macht und Ansehen zu gelangen.

Auch heute noch gibt es eine Reihe von evangelischen Damenstiften in Norddeutschland, von denen einige auch schon Ziel unserer Gemeindeausflüge waren. Beispielsweise gehören zum Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds die Calenberger Klöster Barsinghausen, Mariensee, Marienwerder, Wennigsen und Wülfinghausen.

Die sogenannten Lüneburger Klöster Ebstorf, Isenhagen, Lüne, Medingen, Walsrode und Wienhausen blieben selbständig, werden aber seit 1963 im Wesentlichen aus dem Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds finanziert. Daneben gibt es in Niedersachsen noch die freien Stifte Börstel, Bassum, Fischbeck und Obernkirchen, sowie das Stift Kloster Neuenwalde.

Es ist den Gestaltern des „Grünen Salons“ nicht darum gegangen, trockenen Geschichtsunterricht zu erteilen, sondern in Wort und Bild die Institution der Stifte, die schon seit über tausend Jahren auch die Landschaft des Harzes und seiner Umgebung geprägt haben, aufzuzeigen.

Musikalisch untermalt wurde diese Veranstaltung von Sabine Reinhardt, die sich intensiv mit der authentischen Musik des Mittelalters beschäftigt hat und den Zuhörern die besondere Atmosphäre dieser Zeit kompetent nahe bringen konnte.

Wir hatten an diesem Abend die Gelegenheit, uns einen Einstieg in ein faszinierendes Thema zu verschaffen.

Hartmut S. Walter