Gottesdienst des Männerkreises 50+ am 26. Mai 2019

Katharina von Bora und die Entwicklung der Rechte der Frauen in Deutschland




Begrüßung und Einführung in den Gottesdienst durch Stefan Roblick

Guten Abend meine Herren!

Schön, dass Sie zu unserem Gottesdienst erschienen sind!

Ach ja, auch ein paar Weibsleut haben sich eingefunden, Schön, schön!

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie in der Kirche St. Maria in Horto zu Goslar zu unserem heutigen Abendgottesdienst. Wir schreiben das Jahr 1519 und es sind schwierige Zeiten!

Die Gottesfürchtigkeit lässt in der Bevölkerung zu wünschen übrig, da ein gewisser Dr. Martinus Luther in Wittenberg ja unbedingt seine Thesen wider die Kirchliche Ordnung veröffentlicht hat. Mit Hilfe eines Herrn Gutenberg und seiner neumodischen Technik ist er sogar dabei, diese Gedanken weit über unser Teutsches Vaterland zu verbreiten. Er behauptet etwas von einem gnädigen Gott und von dessen Gnade, die jedem Menschen geschenkt würde, egal wie sich dieser der Mutter Kirche gegenüber verhielte!

Papperlapapp!!

In unserer Gesellschaft gibt es klare Vorgaben!!

Aber hören Sie selbst:



Hinweis auf die Geschlechterrolle vor 500 Jahren

Heute ist der Sonntag ROGATE (Bittet!) und da steht die bittende und betende Hinwendung an Gott im Mittelpunkt! Das werden wir auch tun, wie wir eben schon im Orgelvorspiel mit den Vater-unser-Variationen eines Samuel Scheidt, gespielt von unserem Sakralmusikus Klaus Dieter Kern, gehört haben.

Und so feiern wir auch diesen Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und der Heiligen Geistes.

Amen



Beschreibung, Erklärung und Kritik

Bildergalerie vom Gottesdienst


Im April d. J. unternahm der Männerkreis eine Reise nach Torgau.

Torgau gilt als eine Stätte der Reformation, da sich das Grab von Katharina von Bora, der Ehefrau von Martin Luther, in der Torgauer Marienkirche befindet.

In der Gruppe wurde deshalb beschlossen, "Katharina von Bora" zum Thema des Gottesdienstes auszuwählen. Ausgehend von dieser Frau aus dem Mittelalter, wurde die soziale Entwicklung des Frauenrechtes vom Mittelalter bis in die heutige Zeit sozialkritisch beleuchtet (mit Stefan Roblick als mittelalterlichem Pfarrer).

Der Werdegang der "entlaufenen Zisterziensernonne" zur Ehefrau von Martin Luther (sie wollte nur Diesen, keinen Anderen - er wußte zuerst nichts davon) zur Organisatorin (heute würde man Managerin sagen) der "Lutherorganisation" in Wittenberg bis hin zum Tod Luther, den nachfolgenden Erbstreitigkeiten und der Unterdrückung und Verarmung von Katharina von Bora wurden dargestellt.

Im Zusammenhang mit diesem Thema, wurde die Entwicklung der einzelnen Stufen des Frauenrechtes in Deutschland beschrieben.

Zum Schluß wurde noch ein kritischer Blick auf die Situation der Frau in der heutigen Zeit geworfen mit einem Gedicht des Schweizer Pfarrers und Schriftstellers Kurt Marti aus seinem Buch "Leichenreden", in dem er auf den Tod eingeht. Er durchbricht in diesen Gedichten das floskelhafte Gerede, welches oft auf Beerdigungen zu hören, oder in Todesanzeigen zu lesen ist und entwickelt dabei einen unverkrampften Umgang mit dem Tod.

Bei genauer Analyse der im Gottesdienst geschilderten Umstände des Endes der Katharina von Bora, zeigt, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt und dass er auch nicht auf die damalige Zeit beschränkt ist, man findet auch in der heutigen Gesellschaft manchmal noch ähnliche Verhältnisse.

Der (gut besuchte) Gottesdienst endete mit einem Zitat von Ingmar Bergman

(Quelle Leichenreden)
Vielleicht ist Gott überhaupt eine Frau. Wer weiß das Gegenteil?

Hartmut Hädrich